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Anspruchsschreiben an Textilreiniger

Beispiel:

Max Muster muss mit Entsetzen feststellen, dass sein schöner Frack - ein Jahr alt und kaum getragen - nach dem Reinigen völlig zerstört ist. Zwar hat seine Gattin das Kleidungsstück - allerdings wohl verpackt - übernommen und leider auch den Putzpreis schon bezahlt, aber der Zusammenhang zwischen dem Schaden und der Tätigkeit der Reinigungsfirma ist dennoch ohne jeden Zweifel.

Max Muster hat also zum einen Anspruch auf Schadenersatz und zum anderen - die Reinigung ist ja misslungen - auch Anspruch auf Rückzahlung des Werklohnes, also das für das (missglückte) Putzen bezahlten Preis.

Chemischreiniger, Wäscher und Färber bedienen sich Allgemeiner Geschäftsbedingungen, die für Ansprüche auf Schadenersatz bestimmte Prozentsätze vom Neuwert des Kleidungsstückes vorsehen: So soll ein Frack, der schon ein Jahr alt ist, nur noch 70 Prozent vom Anschaffungspreis wert sein. Im großen und ganzen werden diese Vergütungssätze auch dem entsprechen, was man bei Gericht durchsetzen könnte. In Extremfällen kann aber auch ein Schadenersatz über die vorgesehenen Sätze gerechtfertigt sein.

Das oft gebraucht Argument, man habe das Kleidungsstück ohne Reklamation übernommen und daher gebe es keinen Ersatzanspruch ist schlichtweg falsch. Die Kunden trifft keine Untersuchungs- oder Rügepflicht. Es ist aber jedenfalls anzuraten, Kleidungsstücke bei Übernahme genau zu untersuchen und beim Verdacht auf Schäden nur "mit Vorbehalt" zu übernehmen.

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