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Anspruchsschreiben an Gastwirt (Diebstahl aus Badekästchen)

Beispiel:

Max Muster wollte baden gehen und sucht das Thermalbad auf. Er nimmt sich eine Kabine und lässt dort Kleider, Geld und Uhr. Als er die Badekabine wieder aufsperrt - sind Geld und Uhr weg. Er meldet den Vorfall sogleich bei der Rezeption des Thermenhotels, doch der Portier nimmt den Vorfall zwar sehr zuvorkommend zur Kenntnis, dass seine Geschäftsführung für den Schaden einstehen werde, kann er sich aber nicht vorstellen. Schließlich hänge ja in der Kabine ein Schild mit der Aufschrift: "Keine Haftung für Wertsachen".

Doch der Portier irrt. Der Gesetzgeber kennt - bei Gastwirten und Badeanstalten - die so genannte Gefahr des "offenen Hauses"; der Gastwirt haftet nicht nur für eigenes Verschulden sowie für das Verschulden seiner Leute, sondern muss auch für Schäden durch im Hause "aus- und eingehende fremde Personen" einstehen. Diese Haftung ist zunächst einmal auf 1.100 Euro begrenzt. Für Kostbarkeiten, Geld und Wertpapiere sogar auf 550 Euro. Diese Haftung kann durch Anschlag nicht eingeschränkt werden.

Der Geschädigte muss seinen Ersatzanspruch sofort beim Gastwirt anzeigen, sonst ist der Anspruch verfristet. Nur wenn der Wirt die Sachen extra zur Aufbewahrung übernommen hat, gilt diese strenge Fristenregelung nicht.

Die verschiedenen Spielarten der Haftung der Gastwirte sind allerdings rechtlich sehr komplex geregelt, daher sollte man sich jedenfalls rechtlich beraten lassen.

 

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