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26.03.2007
AK warnt vor Kostenfalle bei vorzeitiger Kündigung von Bausparverträgen

Die AK warnt vor Kostenfallen bei einer vorzeitigen Kündigung des Bausparvertrages. Wer vorzeitig das Geld braucht, verliert die staatliche Prämie, zahlt bei den Sparzinsen drauf und zahlt einen Verwaltungskostenbeitrag.

Ein AK Test bei den vier Bausparkassen zeigt teure Kündigungsspesen, AK-Konsumentenschützer Harald Glatz rät daher: "Vereinbaren Sie eine realistische Bauspar-Vertragssumme, bei der sie sich die monatliche Sparrate leisten können."

Der Bausparvertrag läuft sechs Jahre. "Wer ihn vorzeitig kündigt, zahlt drauf", sagt Glatz. Beschwerden in der AK Konsumentenberatung zeigen, dass das teuer werden kann. So wie im Fall von Herrn F. Ihm wurden bei der Kündigung rund 270 Euro abgezogen. Er erhielt damit weniger ausbezahlt, als er an Sparbeträgen einbezahlt hatte.

Die AK hat daher bei den vier Bausparkassen - ABV, Raiffeisen Bausparkasse, Wüstenrot, S-Bausparkasse - die Spesen bei einer vorzeitigen Kündigung genauer unter die Lupe genommen. Wer seinen Bausparer vor Vertragsende nicht widmungsgemäß auflöst, muss mit teuren Spesen rechnen. So wird die staatliche Prämie (2007 3,5 Prozent auf Einzahlungen, maximal 35 Euro) nachträglich komplett rückgerechnet. Weiters wird ein Verwaltungskostenbeitrag sofort fällig: ABV und Wüstenrot verrechnen 0,5 Prozent der Vertragssumme, die Raiffeisen-Bausparkasse 1,7 Prozent der vereinbarten Sparleistung (für sechs Jahre Laufzeit) und die S-Bausparkasse das 1,5-fache der vereinbarten monatlichen Sparleistung. Umgerechnet in Euro können somit bis 125 Euro (Bausparvertrag mit 83,34 Euro pro Monat) anfallen. Der Verwaltungskostenbeitrag wird auch dann fällig, wenn die vereinbarte Sparleistung am Ende der sechs Jahre nicht erreicht wird.

Eine weitere Kostenfalle sind die nachträglich reduzierten Sparzinsen: Abgezinst wird auf zwischen 0,5 (Raiffeisen Bausparkasse) und 1 Prozent (Wüstenrot). Die ABV zinst auf 0,75 Prozent ab, die S-Bausparkasse halbiert die angesammelten Zinsen. "Das sind teilweise weniger Zinsen als die täglich fälligen Zinsen beim Sparbuch", sagt Glatz.

Vier wichtige Tipps der AK Konsumentenschützer

+ Überlegen Sie sich vor Vertragsabschluss, was Sie insgesamt ansparen möchten und ob Sie sich die monatliche Sparrate leisten können. Im Zweifelsfall eher ein niedrigeres Sparziel bzw. eine niedrigere Vertragssumme vereinbaren.

+ Haben Sie Zahlungsprobleme überlegen Sie statt einer Kündigung, die Einzahlungen kurzfristig auszusetzen und später nachholen. + Bausparer, die einen Neuvertrag abschließen, sollten sich nicht von fixen Einstiegszins - höchstens auf ein Jahr - blenden lassen. Achten Sie auf die Höhe der variablen Zinsen nach der Fixzinsperiode. + Die Kontoführungsspesen betragen zwischen 4,22 und 6,6 Euro pro Jahr. Sie werden jeweils zu Jahresbeginn im Vorhinein verrechnet.

 


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